Erfahre alles über Hallux Valgus: Ursachen, Symptome, Diagnostik und Therapieoptionen, von Übungen bis OP – für schmerzfreie und gesunde Füße.
Erfahre alles über Hallux Valgus: Ursachen, Symptome, Diagnostik und Therapieoptionen, von Übungen bis OP – für schmerzfreie und gesunde Füße.
Viele kennen ihn unter dem Begriff Ballenzeh: Der Hallux Valgus ist oft schmerzhaft und kann die Freude an Bewegung trüben. Zum Glück gibt es zahlreiche Ansätze, um Beschwerden zu dämpfen oder gar vorzubeugen. Im Folgenden erhältst du einen kompakten Überblick: Was steckt dahinter, welche Behandlungen kommen infrage und wann ist eine Operation sinnvoll?
Beim Hallux Valgus rückt der erste Mittelfußknochen nach innen, während sich der große Zeh nach außen neigt. Daher der Name Ballenzeh: An der Fußinnenseite entsteht ein knöcherner Vorsprung. Mehrere Ursachen spielen oft zusammen:
Oft wirken mehrere Faktoren gleichzeitig. Wer Schuhe wählt, die den Vorfuß extrem einengen, und zusätzlich eine genetische Neigung hat, bemerkt häufig eher Probleme als jemand mit robustem Bindegewebe und Zehenfreiheit im Schuh.
Manche nehmen zunächst nur ein leichtes Drücken am Zeh wahr, während andere rasch stärkere Schmerzen haben. Typische Merkmale sind:
Wer Sport treibt, spürt manchmal verminderten Halt und ein unbequemes Abrollverhalten (Menz et al., 2015). Beim Schuhkauf kann es ebenfalls haken: Übliche Modelle drücken dann an der seitlichen Vorfußpartie.
Meist erfolgt die Einschätzung durch Röntgenaufnahmen und fachkundige Betrachtung. Entscheidend sind der Hallux-Valgus-Winkel (HVW) und der Intermetatarsalwinkel (IMA). Auf dieser Basis unterscheidet man drei Hauptgrade (Dohle, 2019):
Zusätzlich checkt man den gesamten Fuß, etwa Fersenhaltung, Fußgewölbe und Sesambeine (Menz et al., 2023). So entdeckt man weitere Auffälligkeiten, die behandelt werden sollten.
Eine OP muss nicht sofort sein. Häufig lassen sich Schmerzen lindern und die Fußfunktion verbessern, ohne das Skalpell zu bemühen. Mögliche Bausteine:
Wer dabei dranbleibt, erreicht oft eine erkennbare Besserung. Bei starkem Abweichen oder sehr ausgeprägtem Schmerzbild ist aber mitunter eine Operation ratsam (Ray et al., 2019).
In der Vergangenheit wurden unterschiedliche Programme für das Training der Fußmuskulatur beschrieben (Glasoe, 2019; Mickl et al., 2016; Oztarsu und Oksuz, 2023). Ihr Aufbau ähnelt sich im Wesentlichen und umfasst meist folgende Schritte:
Bewährte Übungen wie der Kurze Fuß nach Janda aktivieren sämtliche intrinsischen Fußmuskeln in hohem Maße und gelten daher als sehr effektive Methoden (Park und Hwang, 2020; Gooding et al., 2016). Falls eine gezielte Anspannung dieser Muskelgruppen schwerfällt, kann funktionelle Elektrostimulation eine sinnvolle Unterstützung sein (Tourillon und Gojanovic, n.d.). Mit Ausdauer und kontinuierlichem Training entsteht so eine stabile Basis für mehr Fußgesundheit.
Wenn die Zehenstellung weit aus der Spur gerät oder konservative Methoden nicht greifen, wird meist über eine OP nachgedacht (Dohle, 2019). Die Auswahl an Verfahren ist groß:
Langfristig lassen sich in vielen Fällen gute Resultate erreichen, doch ein Wiederauftreten ist nicht ausgeschlossen (Kwan et al., 2021). Training und angepasste Schuhe tragen dazu bei, das Risiko zu verringern.
Enge oder spitz zulaufende Schuhe setzen dem Zeh zu. Wer den Vorfuß schonen möchte, achtet auf:
Barfußschuhe werden immer wieder diskutiert. Manche empfinden sie als wohltuend, weil die Zehen mehr Raum haben (Menz et al., 2022). Einlagen mit speziellen Polstern können den Druck auf den Innenballen verringern. Letztlich zählt das persönliche Empfinden, denn kein Fuß gleicht dem anderen.
Verfahren wie die Chevron-, Akin- oder minimalinvasive Osteotomie zielen darauf, Knochen und Gewebe in eine vorteilhafte Stellung zu bringen. Nach erfolgreicher Korrektur kann sich allerdings erneut eine Verschiebung entwickeln, wenn man die Belastungsverhältnisse nicht dauerhaft ändert (Kwan et al., 2021). Deshalb sind Nachsorge und Kräftigung so wichtig (Menz et al., 2022).
Nach einer OP oder nach längerem konservativem Vorgehen folgt die Aufbauphase. Typische Schritte:
Um einen Rückfall zu vermeiden, bleibt Fußgymnastik ein ständiger Begleiter. Großzügige Schuhe mindern erneuten Druck, und angepasste Einlagen können den Fuß unterstützend führen (Ohi et al., 2017). Wer früh anfängt und konsequent trainiert, behält meistens länger Ruhe vor Schmerzen.
Oft wölbt sich der Knochen an der Fußinnenseite leicht vor. Kommen Druck oder Rötungen hinzu, lohnt sich ein Arztbesuch.
Meist wirken Gene, ungeeignete Schuhe und muskuläre Faktoren zusammen (Nishimura et al., 2018). Statistiken erwähnen, dass Frauen öfter betroffen sind als Männer.
Ja, in vielen Fällen schon. Spezielle Übungen, manuelle Griffe und Schienen mindern Schmerzen und stabilisieren die Zehenstellung (Kwan et al., 2021). Eine komplette Rückführung ins Normalmaß ist jedoch nicht immer zu erwarten.
Wenn die Schiefstellung stark ist oder nichts anderes hilft (Dohle, 2019). Die Entscheidung trifft man im Gespräch mit Orthopäden oder Chirurgen.
Das hängt vom Verfahren ab. Manche sind nach wenigen Wochen wieder nahezu beschwerdefrei, andere benötigen mehrere Monate (Ray et al., 2019).
Ja. Bleiben die Auslöser bestehen (etwa drückende Schuhe, schwache Fußmuskeln), kann es erneut zu Problemen kommen (Menz et al., 2023).
Viele empfinden es als angenehm, weil der Fuß mehr Raum hat. Wer es mag, kann auch Barfußschuhe ausprobieren, sofern sie nicht zu eng geformt sind.
Bequemlichkeit im Vorderfuß und eine eher flache Sohle. Polsternde Elemente entlasten die Innenseite (Kwan et al., 2021).
Häufig nutzt man den „Kurzen Fuß“, Zehenabspreizen und Greifübungen (Ridge et al., 2017). Auch Stand-Training auf wackeligen Unterlagen fördert die Fußstabilität.
Manche schlafen damit entspannter, weil der Zeh etwas gerader ruht. Bei starker Fehlstellung sollte man das aber mit Fachleuten abklären.