Muskuläre Dysfunktionen & Rückenschmerz: Was wirklich dahintersteckt

Muskuläre Dysfunktionen bei chronischen Rückenschmerzen (Low Back Pain) verstehen und behandeln: Strategien, Übungen und Tipps für einen starken Rücken.

Artikel lesen
Letztes Update:
2025-02-05
Von:
Yasar Basylev
Physiotherapeutin (B.Sc.)
Geschäftsführerin
Spring zum Abschnitt:
Geschrieben von:
Yasar Basylev
Physiotherapeutin (B.Sc.) Manualtherapeutin Geschäftsführerin der Skava Physio GmbH.

Unterer Rückenschmerz (Low Back Pain, LBP) tritt in diversen Bevölkerungsgruppen häufig auf. Untersuchungen (Maher et al., 2017; Dagenais et al., 2008) sprechen von bis zu 80 % aller Menschen, die einmal im Leben davon betroffen sind. Etwa 15 % entwickeln einen chronischen Verlauf (Downie et al., 2016). Sobald der Schmerz über drei Monate andauert, spricht man von Chronic Low Back Pain (CLBP). Dabei spielen muskuläre, psychosoziale und zeitliche Komponenten mit hinein (Vlaeyen et al., 2018; Hartvigsen et al., 2018). Im Folgenden geht es um strukturelle sowie funktionelle Muskelanpassungen, ergänzt um manuelle Mobilisationen und Kraft- bzw. Ausdauerinterventionen.

Wie entstehen muskuläre Dysfunktionen und führen zu anhaltendem Rückenschmerz?

In der Lendenwirbelsäule (LWS) übernimmt der tiefe Anteil vom M. multifidus zusammen mit dem Erector spinae zentrale Stabilisierungsaufgaben. Ist dieser Bereich längere Zeit dysfunktional, reagiert der Körper oft mit Schonhaltungen und Kompensationen. Hier beginnt ein Kreislauf: Muskeln werden einseitig belastet, verlieren an Volumen (Atrophie) und bilden mitunter vermehrt Fett ein. Das nennt man „Fetteinlagerungen“ oder „Fatty Infiltration“ (Matheve et al., 2023; Hodges et al., 2019).

Betroffene spüren teils schon bei geringer Belastung einen Schmerz, der chronisch werden kann. Wer diesen Teufelskreis rechtzeitig unterbricht, beispielsweise durch Physiotherapie, senkt das Risiko für langanhaltende Beschwerden.

  • Akute Phase: Hemmung und verminderte Rekrutierung des MF nach Schmerzbeginn.
  • Subakute Phase: Entzündungen beeinflussen Muskelfunktion.
  • Chronische Phase: Langfristige Dekonditionierung und mögliche neurologische Beeinträchtigungen (Hides et al., 1996; Hodges et al., 2015).

Multidimensionalität und Subgruppen CLBP lässt sich nicht auf eine einzige Ursache zurückführen. Es finden sich:

  • Psychische und soziale Einflüsse: Zum Beispiel Ängste, Stress oder eine Vermeidungsmentalität.
  • Körperliche Besonderheiten: Verminderte Muskelkraft und -ausdauer.
  • Zeitliche Aspekte: Von akut über subakut bis chronisch.

Die Heterogenität erschwert eine Einheitslösung (Hodges, 2019). Abgestimmte Ansätze sind gefragt, die anatomische und mentale Bereiche berücksichtigen.

Welche Rolle spielen Stress, Ängste und Lebensstil bei chronischen Rückenbeschwerden?

Eine emotionale Komponente (Vlaeyen et al., 2018) trägt erheblich zum Schmerzgeschehen bei. Menschen mit CLBP verharren oft in Rückzug und vermeiden Sport. Das schwächt die Rumpfmuskeln weiter. Studien (Matheve et al., 2023) verweisen auf Folgen für die Sensomotorische Kontrolle:

  • Längere Reaktionszeiten auf unerwartete Bewegungen
  • Schwächere MF-Aktivierung
  • Erhöhte Spannung im ES

Aussagen wie „Dein Rücken ist sehr empfindlich“ können Misstrauen gegenüber Aktivität verstärken (Christe et al., 2021; Darlow et al., 2013). Dabei ist ein kontrollierter Trainingsansatz meist sinnvoll, um die Rückenmuskulatur wieder aufzubauen.

Wie erkennt man Atrophien und Fetteinlagerungen in der Rückenmuskulatur?

Wer CLBP lange mit sich herumträgt, beobachtet oft eine beidseitige Abnahme des Muskelquerschnitts (Beneck und Kulig, 2012; Danneels et al., 2000). Genauere Daten erhält man über MRT. Zeichen wie:

  • Einsenkungen am paraspinalen Bereich
  • Plötzlicher Kraftverlust schon bei leichter Belastung
  • Mehr Fettanteil im Areal des MF

weisen auf strukturelle Veränderungen hin (Fortin, 2013; Matheve et al., 2023).

Nozizeptiver vs. noziplastischer Schmerz

  • Nozizeptiver Schmerz entsteht durch reale Gewebereizung. Man kann meist orten, wo es wehtut, und Training oder manuelle Therapie helfen spürbar (Smart, 2012).
  • Noziplastischer Schmerz gründet auf einer veränderten Schmerzverarbeitung im Nervensystem (Fitzcharles, 2021). Hier wirken reine Kraftprogramme weniger stark, während psychologische oder edukative Strategien wichtiger werden.

Was bringt das 7-Punkte-Schema für eine individuelle Rückentherapie?

Matheve et al. (2023) schlagen dazu ein spezielles Vorgehen vor:

  1. Beeinträchtigungen klären: Wo bestehen Muskeldefizite?
  2. Plan entwickeln: Ziele formulieren, mentale Faktoren einbeziehen.
  3. Belastungsaufbau: Zunächst entlasten, dann Intensität und Umfang steigern.
  4. Sensomotorische Aspekte: Koordinative Defizite am Anfang beheben.
  5. Funktionelle Integration: Alltagstaugliche Übungen frühzeitig vornehmen.
  6. Subgruppen erkennen:
    • Nozizeptiver Schmerz: strukturell-analoge Beschwerden, Training wirkt meist gut.
    • Noziplastischer Schmerz: veränderte Schmerzverarbeitung, mehr psychologische Hilfe erforderlich.
  7. Edukation/Exposition: Angst abbauen, Aktivitäten zulassen.

Diese Leitlinie betont, dass nicht jede Übung allen gleichermaßen nützt (Falla und Hodges, 2017).

Welche Trainingsformen helfen nachhaltig bei chronischem Rückenschmerz?

Gezieltes Kraft- und Ausdauertraining

Man kann die Rückenmuskulatur (MF, ES) kräftigen und die lokale Ausdauer steigern (Clael et al., 2021). Erhoffte Effekte wären:

Matheve et al. (2023) verdeutlichen aber, dass Zusammenhänge zwischen Trainingsdosierung und Schmerzsyndrom nicht einheitlich sind.

Sensomotorisches Training

Koordination und Balance stehen hier im Fokus. Bei CLBP kann es zu verschobenen Aktivierungsmustern kommen (Arvantidis et al., 2021; Tsao et al., 2011). Sanfte Übungen auf unsicherem Untergrund oder spezielle Motor-Control-Übungen sind hilfreich. Dabei darauf achten, keine unnötige Bewegungsangst zu wecken (De Baets et al., 2023).

Subgruppenspezifische Ansätze

  • Nozizeptiver Schmerz: Intensive Übungen und manuelle Behandlungen versprechen gute Erfolge.
  • Noziplastischer Schmerz: Häufig zusätzlich psychologische oder kognitive Methoden nötig (Fitzcharles et al., 2021).

Wie lassen sich Schutzspannung und Bewegungsangst erfolgreich verhindern?

Reines Krafttraining reicht selten. Manche Leute mit schmerzhaften Erfahrungen halten den Erector Spinae bei Bewegungen ständig angespannt (Matheve et al., 2023; Arvantidis et al., 2022). M. multifidius läuft hingegen untertourig. So entsteht ein kreisförmiger Ablauf aus Schmerz und Versteifung (Tsao et al., 2011).Abgestufte Annäherung an angstbesetzte Aktivitäten (Den Hollander et al., 2022) plus gutes Coaching kann diesen Kreislauf durchbrechen.

Was umfasst ein ganzheitlicher Behandlungsplan bei Rückenschmerzen?

Matheve et al. (2023) skizzieren ein Vorgehen mit mehreren Bausteinen. Es umfasst:

  • Edukation: Signalisieren, dass nicht jeder Schmerz gleich Schädigung bedeutet.
  • Lebensstil: Besser schlafen, auf Ernährung und Aktivität achten (Nijs et al., 2020).
  • Exposition: Schrittweises Vorgehen gegen vermeintlich gefährliche Haltungen (Woods und Asmundson, 2008).
  • Alltags-Integration: Nicht nur im Trainingsraum, sondern beim Heben oder Tragen.

Wie testet man Kraft und Ausdauer am Rücken ohne Überlastung?

Klassische Verfahren wie der Sorensen-Test prüfen, wie lange jemand die Rumpfstreckung halten kann (Demoulin et al., 2006). Tests sollten jedoch sorgfältig gewählt werden, da Angstfaktoren zu frühzeitigem Abbruch führen und die Ergebnisse verzerren können (Matheve et al., 2022). Hilfreich sind submaximale Screenings, um einen Ausgangswert für die Trainingsplanung zu erhalten.

Manuelle Mobilisation von LWS und Ilium: sinnvoller Baustein

Warum das Iliosakralgelenk wichtig ist:

Fehlstellungen zwischen Kreuzbein und Darmbein wirken sich bis in die LWS aus. Feine Mobilisationen am ISG, kombiniert mit Triggerpunktarbeit an M. iliocostalis, M. longissimus oder MF, können einen positiven Effekt haben. Krekoukias et al. (2021) heben einen lockeren Gang nach solchen Verfahren hervor.

Mobilisationstechniken an der Lendenwirbelsäule:

Therapeutische Techniken wie translatorische Mobilisation in Seiten- oder Bauchlage, gekoppelt mit anschließendem Bewegungsprogramm, zeigen in Studien (Geisser et al., 2005) bessere Ergebnisse als eine reine passive Behandlung.

Myofasziale Griffe für paraspinale Muskeln:

Gezielter Druck auf schmerzhafte Punkte im ES oder sanfte kreisende Bewegungen lindern Verspannungen (Ulger et al., 2017). Direkt im Anschluss empfiehlt sich ein stabilisierendes Übungsset, um das neue Bewegungsausmaß zu festigen (Outeda et al., 2022).

Welche Alternativen gibt es, wenn konventionelle Therapien nicht wirken?

Manchmal ist trotz Krafttraining Rückenschmerzen-Linderung nur bedingt spürbar. Dann sind andere Ansätze denkbar. Hier ein paar Möglichkeiten:

  • Spezifische Schmerzedukation: Ein intensives Gesprächsprogramm kann das Schmerzverständnis verbessern (Louw, 2021).
  • Noziplastischer Schmerz: Kommt es dazu, spielt Verhaltenstherapie eine zentrale Rolle, weil reine Muskelübungen kaum greifen.
  • Erweiterte Diagnostik: Mitunter liegen komplexe Strukturschäden vor, die bildgebend genauer betrachtet werden sollten.
  • Graded Exposure: Sanfte Annäherung an gefürchtete Bewegungen, damit das Nervensystem nicht dauerhaft auf Alarm schaltet.

Accordian Plus Icon

Referenzen

Arvantidis, M., Bikinis, N., Petrakis, S., et al. (2021)
Spatial distribution of lumbar erector spinae muscle activity in individuals with and without chronic low back pain during a dynamic isokinetic fatiguing task. Clinical Biomechanics, 81, 105214.

Arvantidis, M., Jiménez-Grande, D., Haouidji-Javaux, N., et al. (2022)
People with chronic low back pain display spatial alterations in high-density surface EMG-torque oscillations. Scientific Reports, 12(1), 15178.

Beneck, G.J. and Kulig, K. (2012)
Multifidus atrophy is localized and bilateral in active persons with chronic unilateral low back pain. Archives of Physical Medicine and Rehabilitation, 93(2), 300-306.

Christe, G., Nzamba, J., Desarzens, L., et al. (2021)
Physiotherapists’ attitudes and beliefs about low back pain influence their clinical decisions and advice. Musculoskeletal Science and Practice, 53, 102382.

Clael, S., Campos, L.F., Correia, K.L., et al. (2021)
Exercise interventions can improve muscle strength, endurance, and electrical activity of lumbar extensors in individuals with non-specific low back pain: a systematic review with meta-analysis. Scientific Reports, 11, 16842.

Dagenais, S., Caro, J. and Haldeman, S. (2008)
A systematic review of low back pain cost of illness studies in the United States and internationally. The Spine Journal, 8(1), 8-20.

Danneels, L.A., Vanderstraeten, G.G., Cambier, D.C., et al. (2000)
CT imaging of trunk muscles in chronic low back pain patients and healthy control subjects. European Spine Journal, 9(4), 266-272.

Danneels, L.A., Vanderstraeten, G.G., Gambier, D.C., et al. (2001)
Effects of three different training modalities on the cross-sectional area of the lumbar multifidus muscle in patients with chronic low back pain. British Journal of Sports Medicine, 35(3), 186-191.

Darlow, B., Dowell, A., Baxter, G.D., et al. (2013)
The enduring impact of what clinicians say to people with low back pain. Annals of Family Medicine, 11(6), 527-534.

De Baets, L., Meulders, A., Van Damme, S., et al. (2023)
Understanding discrepancies in a person's fear of movement and avoidance behavior: A guide for musculoskeletal rehabilitation clinicians who support people with chronic musculoskeletal pain. Journal of Orthopaedic & Sports Physical Therapy, 53(5), 1-10.

Demoulin, C., Vanderthommen, M., Duysens, C., et al. (2006)
Spinal muscle evaluation using the Sorensen test: a critical appraisal of the literature. Joint Bone Spine, 73(1), 43-50.

Den Hollander, M., Smeets, R.J.E.M., van Meulenbroek, T., et al. (2022)
Exposure in Vivo as a Treatment Approach to Target Pain-Related Fear: Theory and New Insights From Research and Clinical Practice. Physical Therapy, 102(2), pzab270.

Downie, A.S., Hancock, M.J., Rzewuska, M., et al. (2016)
Trajectories of acute low back pain: a latent class growth analysis. Pain, 157(1), 225-234.

Falla, D. and Hodges, P.W. (2017)
Individualized exercise interventions for spinal pain. Exercise and Sport Sciences Reviews, 45(2), 105-115.

Fitzcharles, A.N., Cohen, S.P., Clauw, D.J., et al. (2021)
Nociplastic pain: towards an understanding of prevalent pain conditions. The Lancet, 397(10289), 2098-2110.

Fortin, M. (2013)
Multifidus and paraspinal muscle group cross-sectional areas of patients with low back pain and control patients: a systematic review with a focus on blinding. Physical Therapy, 93(7), 873-888.

Geisser, M., Wiggert, E., Haig, A., et al. (2005)
A randomized, controlled trial of manual therapy and specific adjuvant exercise for chronic low back pain. The Clinical Journal of Pain, 21(6), 463-470.

Hartvigsen, J., Hancock, M.J., Kongsted, A., et al. (2018)
What low back pain is and why we need to pay attention. The Lancet, 391(10137), 2356-2367.

Hides, J.A., Richardson, C.A. and Jull, G.A. (1996)
Multifidus muscle recovery is not automatic after resolution of acute, first-episode low back pain. Spine, 21(23), 2763-2769.

Hodges, P.W. (2019)
Hybrid Approach to Treatment Tailoring for Low Back Pain: A Proposed Model of Care. Journal of Orthopaedic & Sports Physical Therapy, 49(6), 453-463.

Hodges, P.W., Danneels, L. (2019)
Changes in structure and function of the back muscles in low back pain: different time points, observations, and mechanisms. Journal of Orthopaedic & Sports Physical Therapy, 49(6), 464-476.

Hodges, P.W., James, G., Blomster, L., et al. (2015)
Multifidus muscle changes after back injury are characterized by structural remodeling of muscle, adipose and connective tissue, but not muscle atrophy. Spine, 40(14), 1057-1071.

Krekoukias, G., Sakellari, V., Anastasiadi, E., et al. (2021)
Gait kinetic and kinematic changes in chronic low back pain patients and the effect of manual therapy: a randomized controlled trial. Journal of Clinical Medicine, 10(16), 3593.

Louw, A. (2021)
Revisiting the provision of pain neuroscience education: an adjunct intervention for patients but a primary focus of clinician education. Journal of Orthopaedic & Sports Physical Therapy, 51(2), 57-59.

Maher, C., Underwood, M. and Buchbinder, R. (2017)
Non-specific low back pain. The Lancet, 389(10070), 736-747.

Matheve, T., De Baets, L., Bogaerts, K., et al. (2022)
The Relationship Between Pain-Related Psychological Factors and Maximal Physical Performance in Low Back Pain: A Systematic Review and Meta-Analysis. The Journal of Pain, 23(12), 2036-2051.

Matheve, T., De Baets, L., Timmermans, A.A.A., et al. (2023)
The Role of Back Muscle Dysfunctions in Chronic Low Back Pain: State-of-the-Art and Clinical Implications. [Manuskriptangabe, in Anlehnung an die Masterdatei]

Nijs, J., D’Hondt, E., Clarys, P., et al. (2020)
Lifestyle and chronic pain across the lifespan: an inconvenient truth? PM&R, 12(4), 410-419.

Outeda, L., Cousiño, L., Carrera, I. and Caeiro, E. (2022)
Effect of the Maitland concept techniques on low back pain: a systematic review. Coluna/Columna, 21(2), e258429.

Shahtahmassebi, B., Hebert, J.J., Stomski, N.J., et al. (2014)
The effect of exercise training on lower trunk muscle morphology. Sports Medicine, 44(10), 1439-1458.

Tsao, H., Danneels, L.A. and Hodges, P.W. (2011)
ISSLS prize winner: Smudging the motor brain in young adults with recurrent low back pain. Spine, 36(21), 1721-1727.

Ulger, O., Demi̇rel, A., Oz, M. and Tamer, S. (2017)
The effect of manual therapy and exercise in patients with chronic low back pain: double-blind randomized controlled trial. Journal of Back and Musculoskeletal Rehabilitation, 30(6), 1303-1309.

Vlaeyen, J.W.S., Maher, C.G., Wiech, K., et al. (2018)
Low back pain. Nature Reviews Disease Primers, 4(1), 52.

Welch, N., Moran, K., Antony, J., et al. (2015)
The effects of a free-weight-based resistance training intervention on pain, squat biomechanics and MRI-defined lumbar fat infiltration and functional cross-sectional area in those with chronic low back pain. BMJ Open Sport & Exercise Medicine, 1(1), e000050.

Woods, M.P. and Asmundson, G.J.G. (2008)
Evaluating the efficacy of graded in vivo exposure for the treatment of fear in patients with chronic back pain: a randomized controlled clinical trial. Pain, 136(3), 271-280.

Hinweis: Einige Referenzen (z. B. zu Matheve et al., 2023) beziehen sich auf Angaben aus einer Masterdatei, wie sie im Text erwähnt wurde. In einer formal eingereichten Arbeit sollten Publikationsdetails (Zeitschrift, DOI) entsprechend ergänzt werden, sobald verfügbar.

Für Ihr Notizbuch

1) Wie muskuläre Dysfunktionen chronische Rückenschmerzen auslösen?

Durch nachlassende Stabilität in tiefen Rückenarealen und kompensierende Fehlhaltungen können dauerhafte Beschwerden entstehen.

2) Wie psychosoziale Faktoren den Therapieverlauf beeinflussen?

Ängste, Sorgen und Stress erhöhen häufig die Schmerzintensität und verzögern Genesungsprozesse.

3) Was ist Atrophie der Rückenmuskulatur?

Das ist ein Rückgang der Muskelmasse, oft beobachtbar im M. multifidus. Fettzellen dringen stattdessen ein und mindern die Funktionsfähigkeit.

4) Was bringt das 7-Punkte-Schema für ein Rückentraining?

Es ordnet die Therapie in aufeinander aufbauende Schritte und berücksichtigt zum Beispiel psychosoziale Faktoren und Übungsvariationen.

5) Warum gezieltes Training bei nozizeptivem Schmerz meist besser wirkt?

Weil betroffene Strukturen durch lokales Training wieder belastbarer werden und Reize verbessert verarbeiten können.

6) Noziplastische Schmerzen: Wann Verhaltenstherapie wichtiger ist als Krafttraining?

Wenn die Schmerzverarbeitung im Gehirn die Hauptursache darstellt und Übungsformen allein zu kurz greifen.

7) Wie testet man Kraft und Ausdauer am Rücken?

Mit Methoden wie dem Sorensen-Test, dabei aber stets auf angepasste Intensitäten achten.

8) Welche Trainingsformen sind sinnvoll?

Sensomotorisches Training, Kraft- und Ausdauerübungen, abhängig vom Schmerztyp und von individuellen Ressourcen.

9) Wie kann man Schutzspannung und Bewegungsangst abbauen?

Durch kleinschrittiges Herantasten an Bewegungen und Schmerzedukation, um falsche Vorstellungen zu minimieren.

10) Was tun, wenn klassische Ansätze nicht helfen?

Gegebenenfalls andere Verfahren erwägen, wie eine intensivere Edukation oder kognitive Strategien.

Geschrieben von:
Yasar Basylev
Physiotherapeutin (B.Sc.) Manualtherapeutin Geschäftsführerin der Skava Physio GmbH.