Weshalb Rotatorenmanschetten-Schmerzen entstehen, welche Trainingsformen tauglich sind und ob manuelle Therapie oder Eingriffe ratsam sein können. Außerdem gibt es Hinweise, um anhaltende Probleme zu vermeiden.
Weshalb Rotatorenmanschetten-Schmerzen entstehen, welche Trainingsformen tauglich sind und ob manuelle Therapie oder Eingriffe ratsam sein können. Außerdem gibt es Hinweise, um anhaltende Probleme zu vermeiden.
Verschiedene Ursachen stehen im Raum. Neben mechanischen Faktoren wie engem subakromialem Spalt spielen chemische Reize und psychosoziale Aspekte eine Rolle (Lo et al., 2022). Manchmal steckt hinter dem subakromialen Schmerzsyndrom ein strukturelles Problem, gelegentlich sind jedoch eher stressbedingte oder verhaltensbasierte Faktoren am Werk (Haik et al., 2020). Auch die allgemeine Gesundheit kann darauf Einfluss nehmen, beispielsweise wenn kardiometabolische Risiken bestehen (Burne et al., 2019).
Praktisch bedeutet das: Nicht bei jedem entsteht das gleiche Beschwerdebild. Wer sportlich aktiv ist, erlebt womöglich ein anderes Muster als jemand, der eher sitzend arbeitet. Deshalb ist eine individuelle Untersuchung hilfreich, um die passenden Schritte einzuleiten (Lewis, 2016).
Trainingstherapie Schulter wird meist als erster konservativer Ansatz empfohlen. Studien decken auf, dass bei vielen Menschen eine spürbare Verbesserung eintritt, allerdings nicht immer so stark wie erhofft (Powell et al., 2024). Wenn man sie mit Operationen oder Kortisonverabreichungen vergleicht, ergeben sich im Durchschnitt ähnliche Resultate (Lähdeoja et al., 2020). Die reine Wirksamkeit ist also vorhanden, jedoch kann es Unterschiede in der Intensität oder im Aufbau des Übungsprogramms geben (Naunton et al., 2020).
In einzelnen Studien werden spezifische Trainingsmethoden genannt, die in Kombination mit Patientenedukation gut abschneiden – manche Menschen kommen dennoch nicht optimal zurecht (Dube et al., 2023).
Insgesamt lässt sich festhalten: Trainingstherapie ist ein wichtiger Pfeiler im konservativen Management von Rotatorenmanschetten-Schmerzen, bleibt in ihrer Wirksamkeit aber von der Qualität der Übungsanleitung und den individuellen Umständen abhängig (Babatunde et al., 2021).
Im Grunde gibt es keinen “perfekten” Trainingsansatz, der für alle gleichermaßen funktioniert. Dennoch lassen sich einige Empfehlungen formulieren:
Manuelle Therapie der Schulter steht zur Debatte, wenn die Beweglichkeit sehr eingeschränkt ist oder gezielte Mobilisationen Linderung verschaffen sollen. Eine Übersichtsarbeit postuliert, dass diese kurzzeitig hilfreich sein kann, kombiniert mit Übungen (Pieters et al., 2020). Wer also an streng blockierten Bewegungen leidet, kann daraus Nutzen ziehen.
Aktuelle Untersuchungen betonen allerdings, dass der Zugewinn im Vergleich zu einer puren Trainingsroutine nicht immer eindeutig größer ist (Paraskevopoulos et al., 2023). Eine weitere Studie liefert Hinweise, dass manuelle Techniken eventuell Erwartungen steigern und so positive Effekte begünstigen (Naranjo‐Cinto et al., 2022). Letztlich hängt viel davon ab, wie jemand zu dieser zusätzlichen Methode steht und ob man sich damit wohlfühlt (Hoffmann et al., 2020).
Ob eine Operation der Rotatorenmanschette bei RCRSP wirklich notwendig ist, hängt stets vom genauen Befund ab. Viele Patienten verzichten erfolgreich auf chirurgische Eingriffe, solange eine fundierte und konsequente Therapie vorliegt (Babatunde et al., 2021).
Neben Kortison gibt es PRP (plättchenreiches Plasma), Hyaluronsäure oder Prolotherapie. Steroide mindern Schmerzen schnell, doch andere Varianten punkten teils auf längere Sicht (Xu, 2023; Nesterenko et al., 2020; Zhi et al., 2022).
PRP (Plättchenreiches Plasma)
Hyaluronsäure
Prolotherapie
Kortikosteroide
Fazit
Die Wahl hängt vom Einzelfall ab. Wer schnelle Ruhe sucht, greift gegebenenfalls zu Kortison. Für Dauererleichterung sind PRP, Hyaluronsäure oder Prolotherapie häufig besser (Sarı and Eroğlu, 2019; Lin et al., 2019; De Sanctis et al., 2020). Eine gründliche Befundung und passendes Training ergänzen jede Injektionstherapie.
Viele stellen sich die Frage: „Schulterschmerzen beim Heben des Arms – Ursachen und Lösungen“. Häufig stoppt man abrupt jede Bewegung aus Sorge, es schlimmer zu machen. Studien zeigen allerdings, dass moderate Aktivität nützlich sein kann (Smith et al., 2017). Wird beim Training in geringem Umfang Schmerz ausgelöst, ist dies nicht zwangsläufig schlecht. Wer ein gewisses Maß an Belastung toleriert, regt damit den Stoffwechsel an, was auf lange Sicht vorteilhaft sein kann (Holmgren et al., 2012).
Wer verunsichert ist, ob noch mehr Reizung entsteht, bespricht das idealerweise mit den Physiotherapeuten. Es kann auch helfen, sich an einem „Schmerzfenster“ von etwa 0–3 auf einer Skala zu orientieren. Bleibt der Schmerz in diesem Bereich und klingt nach der Übung rasch wieder ab, kann das ok sein (Powell et al., 2024).
„Chronische Schulterschmerzen: Wie beuge ich erneuten Problemen vor?“ ist eine häufige Überlegung. Wer RCRSP schon einmal hatte, weiß, wie unangenehm und langwierig es werden kann. Empfehlenswert sind fortlaufende Übungen mit moderater Intensität, denn Bewegung trägt zur besseren Durchblutung und zum Aufbau der stabilisierenden Muskulatur bei (Powell et al., 2024).
Ein biopsychosozialer Ansatz kann ebenfalls hilfreich sein („Biopsychosozialer Ansatz bei Schulterschmerzen: Was bedeutet das?“). Das bedeutet im Kern (Lewis, 2016), dass körperliche, seelische und soziale Faktoren zusammenwirken und gemeinsam betrachtet werden sollten (Hotta et al., 2022). Stress, Ängste oder wenig Unterstützung im Umfeld können dazu beitragen, dass Schmerzen persistieren. Wer hier ansetzt, hat gute Karten, auf Dauer stabil zu bleiben.
Ganzkörperorientierte Bewegungen plus gezielte Schulterübungen können Entlastung bringen (Clausen et al., 2023). Einfache Alltagsaktivitäten wie Wandern stärken dabei gleichzeitig das Herz-Kreislauf-System.
Meist empfiehlt sich eine Kombination aus angepasster Bewegung und kurzen Phasen der Schonung (Powell et al., 2024). Dazu gehört schrittweises Wiederaufbauen der Schulterkraft, eventuell ergänzt durch passive Maßnahmen.
Öfter beginnen mit niedriger Belastung, etwa mit Minibändern, und dabei die Wiederholungszahl steigern, sobald kein übermäßiger Schmerz auftritt (Smith et al., 2017).
Eine Spritze kann zeitweise Schmerzen abdämpfen (Hopewell et al., 2021). Physiotherapie dient hingegen dem aktiven Wiedererlangen von Kraft und Funktion (Page et al., 2019).
Falls trotz fachkundiger Anleitung und über mehrere Wochen kein Fortschritt zu verzeichnen ist, kann ein Eingriff in Betracht gezogen werden (Karjalainen et al., 2019).
Einige Auswertungen weisen darauf hin, dass Übungen allein ausreichend sein können, andere sprechen für einen kleinen zusätzlichen Effekt durch passive Methoden (Paraskevopoulos et al., 2023).
Oft entsteht eine Reizung durch ungewohnten oder zu hohen Belastungsumfang. Dagegen helfen abgestimmte Bewegungsprogramme und gelegentlich entzündungshemmende Mittel (Lewis, 2016).
Beides kann hilfreich sein (Larsson et al., 2019). Meist entscheidet die individuelle Schmerztoleranz.
Psychisches Erleben, soziale Einflüsse und körperliche Aspekte agieren zusammen (Haik et al., 2020). Wer alle Ebenen beachtet, findet oft eher geeignete Strategien.
Für einen gesunden Wiedereinstieg ins Alltagsleben ist ein strukturierter Plan sinnvoll (Michener et al., 2024).