Tennisarm erkennen und behandeln: Tipps für effektive Übungen, manuelle Therapie und Vorbeugung. Lindern Sie Schmerzen mit gezieltem Training.
Tennisarm erkennen und behandeln: Tipps für effektive Übungen, manuelle Therapie und Vorbeugung. Lindern Sie Schmerzen mit gezieltem Training.
Wer den Begriff „laterale Epicondylopathie“ hört, denkt vielleicht an etwas Kompliziertes. Doch im Grunde beschreibt er lediglich eine Überlastung am äußeren Ellenbogen, die häufig Tennisarm heißt. In diesem Bereich treten feine Schädigungen im Sehnengewebe auf, oft ausgelöst durch wiederholte Greif- oder Drehbewegungen. Kaum jemand muss wirklich auf dem Tennisplatz stehen, um diese Reizung zu spüren. Dauerhafte Überanstrengung im Beruf oder Haushalt kann den gleichen Effekt haben. Studien verorten die Hauptprobleme in den Ansätzen der Handgelenkstrecker (Lucado et al., 2018).
Ein Tennisarm äußert sich durch ziehende oder stechende Empfindungen rund um den äußeren Knochenvorsprung. Schon eine scheinbar leichte Tätigkeit kann dann unangenehm sein.
Wer wissen möchte, ob er betroffen ist, achtet auf Punkte wie:
In Praxen wird meist die Griffkraft gemessen. Auch Ultraschall oder MRT kann zum Einsatz kommen, vor allem, um andere Ursachen zu verwerfen. Trotzdem basieren viele Diagnosen hauptsächlich auf der klinischen Beurteilung (Tyler et al., 2010).
Ein reiner Massageansatz wirkt kurzfristig, reicht aber selten aus. Deshalb wird manuelle Behandlung besser mit aktiver Gymnastik kombiniert (Bisset et al., 2006).
Aktives Training setzt ein Zeichen in Richtung Regeneration. Auch leichte Schmerzen müssen nicht zwingend den Prozess stoppen (Smidt et al., 2002).
Monotone Bewegungen oder eine verkrampfte Handhaltung können das Ellenbogengewebe belasten. So kommt es, dass Bauarbeiter, Angestellte oder Hobbybastler ähnliche Beschwerden entwickeln können. Wer greift, dreht und schraubt in einer ungünstigen Position, riskiert unangenehme Folgen am äußeren Gelenk.
Pausen, etwas Gymnastik für den Schultergürtel und eine bessere Ergonomie lassen sich als Vorsorge nutzen. Gerade Personen, die viel mit den Händen hantieren, sollten ihren Arbeitsplatz möglichst abwechslungsreich einrichten.
Wer rasche Wunder erwartet, braucht etwas Geduld. Erste Erleichterungen kommen manchmal nach ein paar Wochen, bei hartnäckigen Fällen kann es länger dauern (Smidt et al., 2002). Aktive Gymnastik und manuelle Maßnahmen lohnen sich besonders, wenn sie konsequent verfolgt werden. Nach einer Weile beruhigt sich der gereizte Sehnenansatz meist, was eine bessere Belastbarkeit ermöglicht.
Wer eine Kortisonspritze erwägt, profitiert manchmal rasch. Allerdings kehrt der Schmerz bei vielen zurück, teils sogar stärker (Smidt et al., 2002). Eigenblut (PRP) liefert ebenfalls unterschiedliche Ergebnisse (Arirachakaran et al., 2016). Einige fühlen sich besser, andere merken wenig Veränderung. Auch Hyaluron hat keine einheitlichen Resultate. Man sollte also sorgfältig abwägen, ob diese Spritzen überzeugen können.
Eine Operation wird meistens erst empfohlen, wenn wirklich nichts anderes geholfen hat und bereits viele Monate vergangen sind. Oft lässt sich das Ganze mit Therapie und exzentrischen Übungen wieder in den Griff bekommen. Einige Quellen nennen sechs Monate als Mindestzeit für nicht-invasive Verfahren, bevor ein chirurgischer Schritt infrage kommt (Bisset et al., 2006). Selbst dann bleiben Risiken zu bedenken.
Arirachakaran, A., Sukthuayat, A., Sisayanarane, T. et al. (2016)
Platelet-rich plasma versus autologous blood versus steroid injection in lateral epicondylitis: A systematic review and network meta-analysis. Journal of Orthopaedics and Traumatology, 17(2), S. 101–112.
Bisset, L., Paungmali, A., Vicenzino, B. und Beller, E. (2006)
A systematic review and meta-analysis of clinical trials on physical interventions for lateral epicondylalgia. British Journal of Sports Medicine, 39(7), S. 411–422.
Lucado, A., Malmstrom, T. und Wilson, L. (2018)
Pathomechanics of the wrist extensors in lateral epicondylopathy: A review. Journal of Orthopaedic Research, 36(9), S. 1234–1240.
PTOMNI.COM (o. J.)
Mulligan Mobilization with Movement Techniken bei Tennisarm. Online verfügbar unter: https://www.ptomni.com
Smidt, N., van der Windt, D. A., Assendelft, W. J. et al. (2002)
Effectiveness of physiotherapy for lateral epicondylitis: A systematic review. Annals of Medicine, 34(3), S. 221–242.
Tyler, T. F., Thomas, G. C., Nicholas, S. J. und McHugh, M. P. (2010)
Addition of scapular stabilization exercises to standard care for lateral epicondylitis: A randomized trial. Journal of Shoulder and Elbow Surgery, 19(8), S. 1230–1235.
Eine Überlastungsreaktion im Bereich des äußeren Ellenbogens, häufig durch wiederholte Bewegungen.
Schmerz bei Griff- oder Drehbewegungen, gelegentlicher Kraftverlust. Fachleute testen meist die Griffkraft; ein MRT kann andere Krankheiten ausschließen.
Manuelle Techniken und exzentrische Belastungsformen gelten als hilfreich. Studien verweisen auf spürbare Erfolge in Kombination.
Man lässt das Handgelenk samt Gewicht langsam in die Dehnung sinken. Diese kontrollierte Belastung stabilisiert das Gewebe.
Sanfte Mobilisationen (etwa MWM) und punktuelle Friktionen können kurzfristig Linderung bringen und den Start ins aktive Training vereinfachen.
Von wenigen Wochen bis hin zu einigen Monaten. Manche erleben eine schnelle Beruhigung, bei anderen braucht es mehr Ausdauer.
Meist erst nach einem halben Jahr konservativer Therapien ohne Erfolg. Viele kommen ohne Skalpell zurecht.
Ergonomische Werkzeuge, Mini-Pausen und kurze Dehnroutinen. Auch die Schulter kräftigen, damit der Ellenbogen nicht alles abbekommt.
Temporäre Schmerzlinderung möglich, allerdings kein sicherer Garant für anhaltende Besserung. Wiederkehrende Schmerzen sind nicht selten.
Vor allem langsames Absenken eines kleinen Gewichts und leichte Dehnungsübungen. Isometrische Varianten helfen ebenfalls.
Ein Unterarmgurt kann gelegentlich Erleichterung bieten, doch echtes Training ersetzt er nicht.
Manche fühlen sich dadurch besser. Die wissenschaftlichen Befunde liefern aber kein klares Bild.
Repetitives Schrauben oder Heben im Arbeitsumfeld sorgt oft für denselben Effekt wie ein Dauerschwung auf dem Tennisplatz.
Kurz vorm Frühstück oder nach Feierabend: ein paar langsame Absenkbewegungen mit wenig Gewicht einbauen. Kleine Schritte über die Woche verteilen.
Einseitiges Belasten oder unergonomische Abläufe sind häufige Auslöser. Schon einfache Korrekturen können den Ellenbogen schonen.