Viele kennen das typische Drücken an Stirn oder Nacken, das häufig das Leben ausbremst. Man spricht dabei oft von Spannungskopfschmerzen oder Stresskopfschmerz.
Viele kennen das typische Drücken an Stirn oder Nacken, das häufig das Leben ausbremst. Man spricht dabei oft von Spannungskopfschmerzen oder Stresskopfschmerz.
Manchmal fühlt es sich so an, als ob ein straffes Band um den Kopf liegt. Zieht es zudem im Nacken oder in den Schultern, steckt oft eine verspannte Muskulatur dahinter. Eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit rund um den Schädel ist ebenfalls typisch (Langemark und Olesen, 1985). Wer unsicher ist, ob ein Tension-Type Headache (TTH) vorliegt, klärt das am besten mit Fachpersonal ab.
Stress kann stark dazu beitragen (Viero, Rodrigues und Trevisan, 2022). Schlafmangel oder Fehlhaltungen verschlimmern die Lage. Auch Gene scheinen mitzumischen (Moskaleva et al., 2021). Außerdem zählen sogenannte Triggerpunkte im Nackenbereich oft zu den Mitauslösern (Fernández‐de‐las‐Peñas und Arendt-Nielsen, 2017).
Häufig denken wir bei Verspannungen an „zu viel Spannung“. Tatsächlich können bestimmte Muskeln zwar dauerhaft angespannt sein, sind aber dennoch nicht ausreichend gekräftigt. Das führt zu einer Dysbalance (Fernández‐de‐las‐Peñas und Arendt-Nielsen, 2017).
Es gibt mehrere Hauptursachen für die gleichzeitige Entwicklung von Verspannung und Schwäche:
Episodische Spannungskopfschmerzen tauchen weniger als 15-mal monatlich auf. Kommt es annähernd täglich dazu, sprechen Fachleute von chronischer Ausprägung (Bhoi et al., 2021). Kurze Episoden verschwinden oft schneller. Langanhaltende Formen setzen Betroffene jedoch stärker unter Druck.
Nicht jeder reagiert gleich, doch Stress ist eine häufige Ursache (Viero, Rodrigues und Trevisan, 2022). Zu wenig Schlaf oder unbequeme Schreibtischhaltung sind ebenfalls wichtig (Pellegrino et al., 2018). Manche Personen kämpfen mit stundenlanger Bildschirmzeit und verspanntem Nacken (Erthal und De Souza Franco Rêgo, 2021).
Meist startet alles mit einer Befragung: Wie lange dauern die Schmerzen an, wo genau sitzen sie und wie stark sind sie? Anschließend prüfen Fachpersonen, ob bestimmte Halsmuskeln beim Abtasten empfindlich sind (Abboud et al., 2013). Wenn es Zweifel gibt, kann ein bildgebendes Verfahren andere Ursachen ausschließen (Parsaei et al., 2024).
Verschiedene Anwendungen helfen, ohne dass gleich zu Tabletten gegriffen werden muss:
Bei akuten Attacken nutzen viele Betroffene gängige Schmerzmittel (NSAIDs). In hartnäckigen Fällen gelten niedrig dosierte trizyklische Antidepressiva als Option (Jackson et al., 2017). Ein Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt klärt Nutzen und mögliche Nebenwirkungen.
In vielen Fällen sorgt gezielte Physiotherapie für Entlastung (Repiso-Guardeño et al., 2023). Nach genauer Begutachtung gehören manuelle Mobilisationen, Übungen und Triggerpunktbehandlungen zur Palette. Ziel ist es, Verspannungen zu reduzieren und die Haltung zu verbessern (Krøll et al., 2021).
Unausgeschlafen oder hungrig verschlimmert sich das Problem oft (Pellegrino et al., 2018). Auch ausgelassene Mahlzeiten oder innere Anspannung können Beschwerden anstoßen (Martin und Seneviratne, 1997). Manche setzen deshalb auf geregelte Bettzeiten und Atemtechniken.
Ein Bündel an Maßnahmen hilft, um dem Dauerdruck im Kopf auf lange Sicht den Garaus zu machen:
rTMS (repetitive transkranielle Magnetstimulation) gewinnt an Interesse (Mattoo et al., 2019). So wird versucht, ausgewählte Hirnregionen gezielt anzuregen. Außerdem schauen Fachpersonen vermehrt auf die Druckschmerzempfindlichkeit im Kiefer-, Gesichts- und Nackenbereich (Fernández‐de‐las‐Peñas et al., 2020).
Migräne pulsiert, macht lichtempfindlich und verursacht oft Übelkeit. Clusterkopfschmerz bohrt intensiv einseitig, meist rund ums Auge. Spannungskopfschmerzen wirken meist gleichmäßig und weniger heftig.
Wer zu oft Schmerztabletten einwirft, riskiert, dass das Kopfweh regelrecht angetrieben wird. Außerdem sollte Stress nicht ignoriert werden, da Dauerbelastung dem Kopf zusätzlich zusetzt (Holroyd et al., 2001). Bei Unsicherheiten sollte man eine fundierte Abklärung vornehmen lassen.
Hier finden Sie alle im Artikel genannten Studienquellen in alphabetischer Reihenfolge.
Abboud et al. (2013)
OnlineOnline Verfügbar unter: https://doi.org/10.1177/0333102413492913
Bhoi et al. (2021)
OnlineOnline Verfügbar unter: https://doi.org/10.4103/0028-3886.315986
Erthal und De Souza Franco Rêgo (2021)
OnlineOnline Verfügbar unter: https://doi.org/10.5327/1516-3180.307
Fernández‐de‐las‐Peñas und Arendt-Nielsen (2017)
OnlineOnline Verfügbar unter: https://doi.org/10.1080/14737175.2017.1359088
Fernández‐de‐las‐Peñas et al. (2020)
OnlineOnline Verfügbar unter: https://doi.org/10.1177/0333102420958384
Holroyd et al. (2001)
OnlineOnline Verfügbar unter: https://doi.org/10.1001/JAMA.285.17.2208
Jackson et al. (2017)
OnlineOnline Verfügbar unter: https://doi.org/10.1007/s11606-017-4121-z
Krøll et al. (2018)
OnlineOnline Verfügbar unter: https://doi.org/10.1177/0333102417752119
Krøll et al. (2021)
OnlineOnline Verfügbar unter: https://doi.org/10.1186/s10194-021-01298-4
Langemark und Olesen (1985)
OnlineOnline Verfügbar unter: https://doi.org/10.1046/j.1468-2982.1987.0704249.x
Martin und Seneviratne (1997)
OnlineOnline Verfügbar unter: https://doi.org/10.1037//0278-6133.16.4.310
Martín-Vera et al. (2023)
OnlineOnline Verfügbar unter: https://doi.org/10.3389/fneur.2023.1256303
Mattoo et al. (2019)
OnlineOnline Verfügbar unter: https://doi.org/10.4103/ijmr.IJMR_97_18
Moskaleva et al. (2021)
OnlineOnline Verfügbar unter: https://doi.org/10.20333/25000136-2021-3-5-14
Parsaei et al. (2024)
OnlineOnline Verfügbar unter: https://doi.org/10.1002/jnr.25294
Pellegrino et al. (2018)
OnlineOnline Verfügbar unter: https://doi.org/10.1177/0333102417727535
Repiso-Guardeño et al. (2023)
OnlineOnline Verfügbar unter: https://doi.org/10.3390/ijerph20054466
Viero, Rodrigues und Trevisan (2022)
OnlineOnline Verfügbar unter: https://doi.org/10.1080/14737175.2022.2041414
Ein mildes Schmerzmittel oder kurze Entspannungsphasen. Manchen helfen Dehnübungen des Nackens.
Manche Fachleute raten, pro Monat nicht öfter als an zehn Tagen zu Tabletten zu greifen.
In vielen Fällen ja. Leichter Ausdauersport oder Yoga kann vorbeugend wirken.
Beides kann eine Option sein. Wer wiederkehrende Beschwerden hat, kombiniert oft Physiotherapie plus Akupunktur (Krøll et al., 2021).
Zielgerichtete Trainingseinheiten stärken die Halsmuskulatur und beugen erneuten Episoden vor (Martín-Vera et al., 2023).